SELBSTBAUKIT FÜR HAUSPROJEKTE – EINE PRÄSENTATION VON WILLY*FRED

25-01-2018

SELBSTBAUKIT FÜR HAUSPROJEKTE – EINE PRÄSENTATION VON WILLY*FRED

20:00 – 00:00

kleiner saal


„Mach´s dir doch selbst! Selbstbaukit für Hausprojekte“

Das Willy*Fred – das erste Hausprojekt des Solidarverbunds habiTAT – präsentiert seinen ausgetüftelten Leitfaden für Hausprojekte in Österreich. Mit der Broschüre haben die Aktivist*innen in Linz all ihre Know-How in ein 48-seitiges Heft gepackt und einen Selbstbaukit für neue Projekte gebastelt. Dabei möchten sie die Erfahrungen und das Wissen des Willy*Fred Projekts so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen, um die Schaffung vieler weiterer institutionell unabhängigen Räume zu fördern…

Wenn auch du Lust hast dem Immobilienmarkt Wahnsinn entgegenzuwirken, dann komm und hol dir Tipps, wie du/ihr gemeinsam mit dem HabiTAT am besten zu deinem/eurem Haus kommt.

„Kaum war das Willy*Fred Projekt gegründet und das Haus am Graben 3 freigekauft, begann es darin schon zu wuseln, werkeln und wachsen! Nicht nur das Haus, sondern auch wir als Gruppe sind vielfältiger geworden und beleben – jede*r auf individuelle Weise – unsere insgesamt 1650m².“

Erfolgsgeschichte Willy*Fred

Vor knapp zwei Jahren hat eine Gruppe junger Linzer*innen den Kampf gegen Immobilienspekulation und steigende Wohnkosten mit kreativen Mitteln selbst in die Hand genommen. Mithilfe von über 180 Unterstützer*innen, einer ausgetüftelten Rechtsstruktur und einem innovativen Finanzierungsmodells konnte ein Haus am Linzer Graben für über 3 Millionen Euro am 21. Dezember 2015 dauerhaft aus der Verwertungsspirale von Wohnraum befreit werden.

„Als wir damals angetreten sind, haben wir nicht gewusst ob wir das auch wirklich schaffen werden. Jetzt, zwei Jahre später, ist es wunderschön zu sehen was sich hier schon alles entwickelt hat.“ (Roland Jankowski, Bewohner des Willy*Fred)

Kern des Erfolges ist ein ausgeklügeltes Rechtsmodell aus Deutschland, wo im sogenannten Mietshäusersyndikat bereits 123 Projekte erfolgreich umgesetzt wurden. Durch eine Verschachtelung von Vereinen und GmbHs wird sichergestellt, dass ein einmal erworbenes Haus nicht wieder verkauft werden kann. Der Marktwert des Hauses wird dadurch neutralisiert und der Mietpreis eingefroren. Gleichzeitig stellt das Modell sicher, dass die Mieter*innen des Hauses ihren Wohnraum selbstverwaltet an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Aber nicht nur in Linz hat das Willy*Fred für Aufsehen gesorgt. Mit dem Dachverein habiTAT haben die Aktivist*innen ihr Konzept auch neuen Gruppen zur Verfügung gestellt, wodurch bereits sieben weitere Projekte in Innsbruck, Salzburg und Wien entstanden sind. Mit der Autonomen Wohnfabrik in Salzburg wurde vergangenen Juli das zweite Haus dauerhaft vom Spekulationsmarkt genommen und in Wien werden in den nächsten Monaten zwei weitere Wohnprojekte realisiert.

Erfolgreich ist das Modell auch deshalb, weil es gänzlich auf finanzielle Einstiegshürden verzichtet und somit offen für alle Menschen ist. Erreicht wird dies durch das auf Crowdinvesting basierende Finanzierungsmodell. Das Willy*Fred bietet die Möglichkeit, Geld direkt und ohne Umweg über eine Bank als Nachrangdarlehen im Projekt zu veranlagen. Das schafft die nötige Eigenkapitalbasis für das Haus und bietet den Unterstützer*innen gleichzeitig oft bessere Konditionen als bei der Bank.

„Viele unserer Unterstützer*innen sind froh, dass sie bei uns genau wissen was mit ihrem Geld passiert. Bei uns geht es um keine Spekulationsgeschäfte, keine Rüstungs- oder Agrarkonzerne, sondern einfach um günstigen Wohnraum und städtischen Freiraum.“ (Gerda Haunschmid, Bewohnerin im Willy*Fred)

Da die Gelder ungebunden und jederzeit rückforderbar sind, werden sie laufend ausgewechselt. Für alle gekündigten Direktkredite sucht sich die Hausgemeinschaft neue Unterstützer*innen. Weitere Informationen zur aktuellen Direktkreditkampagne gibt es auf www.willy-fred.org.


Eintritt frei! Einlass 19:00 Uhr; Beginn 20:00 Uhr

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